Gestal­tung inklu­si­ver Städte: Dia­loge über Parti­zipation und Placemaking

Studierende, Lehrende und Forscher kamen am IfEU zur ersten internationalen Sommerschule zusammen (Foto: Mahmoud A. Atwany)
Vom 31. Mai bis zum 8. Juni 2026 veranstaltete der Lehrstuhl für Stadtforschung und Sozialforschung an der Bauhaus-Universität Weimar die erste internationale Sommerschule des vom DAAD geförderten Projekts „Inclusive Cities: Contextual Dialogues on Community-based Participation for Sustainable Urban Future“.

Die 1. „Inclu­sive Cities“-Sommerschule wurde erfolg­reich in Ber­lin, Wei­mar und Erfurt abgehalten

Unter dem Titel „Sha­ping Inclu­sive Cities: Dia­loge über Parti­zipation und Pla­ce­ma­king“ brachte die Som­mer­schule Stu­die­rende, Leh­rende, Dozen­ten und For­scher der Bau­haus-Uni­ver­si­tät Wei­mar (Deutsch­land), der Notre Dame Uni­ver­sity-Louaize (Liba­non), der Uni­ver­si­tät Alex­an­dria (Ägyp­ten), des Sci­en­ti­fic Col­lege of Design in Mas­kat (Oman) sowie Ver­tre­ter nicht-uni­ver­si­tä­rer Akteure aus der Pra­xis und von Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen zusam­men. Ins­ge­samt nah­men 36 Teil­neh­mer teil, dar­un­ter 26 Stu­die­rende, 6 wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter und 4 externe Referenten.

Im Ver­lauf der Ver­an­stal­tung setz­ten sich die Teilnehmer*innen mit­hilfe ver­schie­de­ner Lern­for­mate mit Fra­gen der bür­ger­na­hen Parti­zipation, der Platz­ge­stal­tung und der inklu­si­ven Stadt­entwicklung in unter­schied­li­chen städ­ti­schen Kon­tex­ten aus­ein­an­der. Das Pro­gramm umfasste eine Stu­di­en­reise nach Ber­lin, eine aka­de­mi­sche Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung in Wei­mar sowie einen pra­xis­ori­en­tier­ten Work­shop mit dem Titel „Sicher­heit, Iden­ti­tät und Zuge­hö­rig­keit im öffent­li­chen Raum“ in Wei­mar und Erfurt. Die Som­mer­schule hatte zum Ziel, den inter­na­tio­na­len Aus­tausch zu för­dern und das Bewusst­sein der Stu­die­ren­den für The­men rund um bür­ger­nahe Parti­zipation, Pla­ce­ma­king und inklu­sive Stadt­entwicklung zu schär­fen. Im Mit­tel­punkt des Work­shops stand die Frage, wie öffent­li­che Räumesiche­rer, bar­rie­re­freier und inklu­si­ver gestal­tet wer­den können.

Besuch und Führung durch die East Side Gallery in Berlin (Foto: Nada Elzoghby)
Besuch und Füh­rung durch die East Side Gal­lery, Ber­lin (Foto: Nada Elzoghby)

In Ber­lin besich­tig­ten Teil­neh­mer aus dem Liba­non, Ägyp­ten und Oman ver­schie­dene städ­ti­sche Orte, die bei­spiel­haft für The­men wie städ­ti­schen Wan­del, Erin­ne­rungs­kul­tur und Bür­ger­be­tei­li­gung ste­hen, und dis­ku­tier­ten dar­über. Dazu gehör­ten Bil­dungs­aus­flüge zur Reichs­tags­kup­pel, zur Gedenk­stätte Ber­li­ner Mauer, zur East Side Gal­lery, zum Tem­pel­ho­fer Feld, zur „Floa­ting Uni­ver­sity“ und zum Haus der Sta­tis­tik.
Diese Besu­che bil­de­ten eine Grund­lage für Über­le­gun­gen zu den The­men Erin­ne­rung, öffent­li­cher Raum, städ­ti­scher Wan­del und Bür­ger­be­tei­li­gung und wur­den durch Fach­bei­träge und Dis­kus­sio­nen dar­über ergänzt, wie gemein­de­ba­sierte Betei­li­gung im deut­schen Kon­text wahr­ge­nom­men, insti­tu­tio­na­li­siert und prak­ti­ziert wird.

Prof. Frank Eckardt eröffnet den Abenddialog im Oberlichtsaal (Foto: Barbara De Andrade)
Prof. Frank Eckardt eröff­net den Abend­dia­log im Ober­licht­saal (Foto: Bar­bara De Andrade)

In Wei­mar wurde das Pro­gramm mit einer Stadt­rund­fahrt, einem Bau­haus-Spa­zier­gang und einem Abend­dia­log fort­ge­setzt, bei dem über­re­gio­nale Per­spek­ti­ven aus dem Liba­non, Ägyp­ten, Oman und Deutsch­land zusam­men­ka­men. Der Dia­log bot Raum für den Aus­tausch zwi­schen den Teil­neh­men­den, in des­sen Rah­men Leh­rende und For­schende der Part­ner­uni­ver­si­tä­ten ihre Sicht­wei­sen zu den The­men Parti­zipation, Pla­ce­ma­king, Inklu­sion und Nach­hal­tig­keit vor­stell­ten und dis­ku­tier­ten. Die Vor­träge deck­ten ein brei­tes The­men­spek­trum ab: von der Stadt­öko­lo­gie im Liba­non (Dr. Nadine Hindi, NDU) über die Gestal­tung öffent­li­cher Räume durch Kin­der in Alex­an­dria (Nada El-Zoghby, AU) über „inter­pre­ta­tive“ Nach­hal­tig­keit (Dr. Ossama Hegazy, SCD) und die Rolle zivil­ge­sell­schaft­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen als Brü­cke zwi­schen Staat und Gemein­schaft in Oman (Dr. Shaha­rin Elham Annisa, MCTspace­Lab) bis hin zum Leben von Migran­ten im städ­ti­schen Raum von Mas­kat (Nus­rat Jahan, BUW) und der gemein­schafts­ge­führ­ten Stadt­er­neue­rung in Ost­deutsch­land (Prof. Frank Eckardt, BUW).

Internationale Gruppenarbeit unter der Leitung des CGE-Teams (Foto: Barbara De Andrade)
Inter­na­tio­nale Grup­pen­ar­beit unter der Lei­tung des CGE-Teams (Foto: Bar­bara De Andrade)

Im Mit­tel­punkt des Pro­gramms stand ein drei­tä­gi­ger Work­shop unter der Lei­tung von Dr. Amma­lia Pod­la­szewska von Cul­ture Goes Europe (CGE), in des­sen Rah­men Stu­die­rende in gemisch­ten inter­na­tio­na­len Grup­pen öffent­li­che Räume in Wei­mar unter­such­ten. Mit­hilfe par­ti­zi­pa­ti­ver Metho­den, Beob­ach­tun­gen vor Ort und gemein­sa­mer Gestal­tungs­übun­gen setz­ten sich die Teil­neh­men­den damit aus­ein­an­der, wie öffent­li­che Räume von ver­schie­de­nen Nut­zern erlebt wer­den. Im Mit­tel­punkt stan­den Fra­gen der Iden­ti­tät, der Zuge­hö­rig­keit und der Sicher­heit im öffent­li­chen Raum sowie die Frage, wie diese Erkennt­nisse zu inklu­si­ve­ren Ansät­zen bei der Gestal­tung öffent­li­cher Räume bei­tra­gen kön­nen. Abschlie­ßend prä­sen­tier­ten die Grup­pen ihre Ent­würfe und Kon­zepte für eine inklu­si­vere Gestal­tung der von ihnen unter­such­ten Räume – und setz­ten damit die im Laufe des Pro­gramms gewon­ne­nen Erkennt­nisse in kon­krete Ideen um.

Die Som­mer­schule in Wei­mar stärkte den wis­sen­schaft­li­chen Aus­tausch zwi­schen den Partner­institutionen, ver­tiefte das Ver­ständ­nis für par­ti­zi­pa­tive Ansätze in unter­schied­li­chen kul­tu­rel­len Kon­tex­ten und legte den Grund­stein für die wei­tere Zusam­men­ar­beit im Rah­men des Pro­jekts „Inclu­sive Cities“. Die­ser inten­sive Aus­tausch zwi­schen Stu­die­ren­den und wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­tern trug zum über­ge­ord­ne­ten Ziel des Pro­jekts bei, den über­re­gio­na­len wis­sen­schaft­li­chen Dia­log zwi­schen Deutsch­land und Län­dern der mus­li­mi­schen Welt zu stärken.